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Leute, die sagen, sie schlafen wie ein Baby, haben wahrscheinlich keins ...

Ich bin Mama, glücklich und hundemüde.

Vor der Geburt unseres ersten Kindes war ich felsenfest davon überzeugt, ein Baby braucht viel Schlaf, um zu wachsen und zu gedeihen. Da wurden noch euphorisch Pläne geschmiedet, wie die Zeit, in der der Nachwuchs selig im Wiegenbettchen schlummert, sinnvoll genutzt werden kann. 

Klar, erstmal lernt man sich kennen, kuschelt ausgiebig und genießt jede Minute. In den ersten Wochen machten mir im Nebel der Glücksgefühle weder Müdigkeit noch dunkle Augenringe was aus und anstatt zu schlafen, als das Baby schlief, musste ich ununterbrochen das niedliche Gesichtchen beobachten und streicheln. Es dauerte jedoch nicht lange, da wurde ich unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

So wollte erst einmal das Stillen nicht recht klappen. Gut gemeinte Ratschläge, das Schlafen würde mit Fläschchen und vollem Babybauch besser klappen, wollte ich nicht hören. Ich las das ein oder andere Buch und suchte Hilfe bei einer Stillberaterin. Ich wusste, es braucht Zeit und war geduldig - sicher würde der kleine, hungrige Kerl dann auch länger als eine Stunde schlafen. Nach zähen sechs Wochen war diese Hürde genommen - der so dringend benötigte Schlaf wollte sich dennoch nicht einstellen. Weder tagsüber noch nachts schlief das Baby länger als ein paar Stunden und schon gar nicht im eigenen Gitterbettchen. Es war, als wollte er ständig kontrollieren, ob ich da war. Evolutionsbedingt sei das ganz normal, sagen die Experten: Hätte ein Steinzeitbaby alleine in einer kalten, dunklen Höhle gelegen, hätte es nicht überlebt.

Soweit so gut … Den Frust meinerseits konnte ich trotzdem oft nicht verbergen, wenn die befreundeten Mamas sich am Durchschlafen ihres Nachwuchses erfreuten. Ich konnte nicht glauben, dass deren Kinder abends ins Bettchen gelegt werden und mit einem Lächeln neben dem liebsten Kuscheltier oder der Spieluhr einschlafen und durchschlafen, bis die Eltern es am Morgen wieder wecken - so zumindest meine Vorstellung vom nächtlichen Schlaf der anderen Familien. Dies war der perfekte Nährboden für die vielen Zweifel, die mir stellenweise das Leben schwer machten. War es richtig, sich für ein Beistellbett zu entscheiden oder hätten wir unser Baby konsequent im eigenen Bett im Kinderzimmer schlafen lassen sollen? War es richtig, auf die Bedürfnisse des kleinen Menschen einzugehen oder haben wir ihn bereits verzogen? Und war es richtig, auf unser Herz zu hören und unseren Sonnenschein immer und sofort in den Arm zu nehmen, wenn er weinte?

Mit der zweiten Schwangerschaft hat sich unser erstes Kind abgestillt und die Nächte wurden für mich ruhiger. Er forderte trotzdem viel Nähe, aber ich wurde nicht mehr als Schnuller missbraucht und mit den wenigen Unterbrechungen konnte ich prima leben bzw. schlafen. Immerhin …

Unser zweites Kind würde sicher besser schlafen, dachten wir. Wir würden ihn von Anfang an an sein Bettchen gewöhnen und mit beruhigenden Schlafritualen für ein entspanntes Einschlafen und hoffentlich baldiges Durchschlafen (aller Beteiligten) sorgen. 

Tja, manchmal kommt es anders als man denkt … 

Der Große wird beinahe täglich in einer Tragehilfe in den Schlaf getragen und anschließend in das Familienbett gelegt. Der Kleine wird in den Schlaf gestillt und schläft dann ebenso im Familienbett. Beide schlafen keine Nacht durch und beschäftigen uns viele Stunden damit, sie in den Schlaf zu begleiten und für sie da zu sein, wenn sie nachts abwechselnd aufwachen. Trotz all der Anstrengung haben wir für uns alles richtig gemacht, weil wir auf unser Herz hören. 

Und den Mamas und Papas mit "schlecht" schlafenden Babies möchte ich mit auf den Weg geben, das Selbe zu tun. Lasst euch nicht entmutigen oder unter Druck setzen. Hört auf euer Herz und entscheidet nach eurem Bauchgefühl. Seid geduldig und erwartet von eurem Nachwuchs nicht, dass er von Anfang an schläft wie ein Baby.


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